Philosophie

Wie charakterisieren moralische Werte eine Persönlichkeit und Handlungen?

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Jeden Tag treffen wir Dutzende von Entscheidungen: Soll ich im Verkehrsmittel einen Platz machen, schweigen oder für den Schwachen eintreten, ehrlich bleiben oder einen Kompromiss mit meinem Gewissen eingehen? Im Kern dieser Entscheidungen liegen unsere moralischen Leitlinien – ein unsichtbarer, aber unfehlbar funktionierender „innerer Kompass“ der Persönlichkeit. Sie bestimmen, wie sich der Charakter eines Menschen bildet und wie er von anderen wahrgenommen wird.

Das Verständnis dafür, wie moralische Werte eine Persönlichkeit charakterisieren, ist nicht nur für die tiefgehende Selbsterkenntnis und die Analyse des Handelns anderer wichtig. Für Schulabgänger hat dieses Thema eine praktische Bedeutung, denn genau um die Konzepte von Gut, Böse, Pflicht und Ehrlichkeit baut sich die klassische argumentative Aufsatzarbeit für das OGE und EGE auf.

In diesem Artikel werden wir untersuchen, wie ethische Normen das tatsächliche Verhalten eines Menschen beeinflussen, lernen, den Unterschied zwischen deklarierten Prinzipien und wahren Überzeugungen zu erkennen, und wir werden eindrucksvolle literarische Argumente betrachten, die helfen, die eigene Position in jeder Diskussion oder Prüfungsarbeit zu untermauern.

Schritt 1: Die Grundbegriffe der Moral verstehen

Um zu verstehen, wie das Verhalten einen Menschen charakterisiert, muss ein solides theoretisches Fundament gelegt werden. In Philosophie und Literaturwissenschaft ist es unmöglich, über den Charakter einer Persönlichkeit zu spekulieren, ohne deren Koordinatensystem definiert zu haben. Deshalb beginnt unser Weg mit der Analyse der Grundbegriffe. Das Verständnis dessen, was hinter alltäglichen Begriffen steckt, hilft Ihnen nicht nur, das Verhalten von Menschen tiefer zu analysieren, sondern auch eine präzise, überzeugende Definition für die argumentative Aufsatzarbeit zu formulieren.

In diesem Schritt wenden wir uns dem Kern der menschlichen Ethik zu. Wir werden untersuchen, warum innere Überzeugungen als „Kompass“ der Seele bezeichnet werden, und wir strukturieren die Schlüsselkategorien der Ethik, die unsere täglichen Entscheidungen bestimmen. Dieses konzeptuelle Gerüst wird Ihre Hauptstütze bei der anschließenden Analyse literarischer Texte und Lebenssituationen sein.

Was sind moralische Leitlinien und warum nennt man sie den „inneren Kompass“ der Persönlichkeit

Moralische Leitlinien sind ein System innerer Werte, Überzeugungen und ethischer Normen, das die Einstellung eines Menschen zur Welt, zur Gesellschaft und zu sich selbst bestimmt. Sie werden nicht umsonst als „innerer Kompass“ der Persönlichkeit bezeichnet. So wie der Magnetpin den Reisenden im Nebel den Weg weist, hilft dieser Kompass dem Menschen, sich in komplexen Lebenssituationen zurechtzufinden, Entscheidungen zwischen Gut und Böse, Ehrlichkeit und Verrat zu treffen.

Die Persönlichkeitsentwicklung hängt direkt von der Stärke dieser Leitlinien ab. Wenn äußere Umstände Druck ausüben und gesellschaftliche Regeln vage erscheinen, sind es gerade die inneren Lebensprinzipien, die den Menschen vom Abgrund abhalten. Sie geben der Verhaltensweise eine Richtung vor und bestimmen die Integrität und Verantwortung für die eigenen Taten. In der argumentativen Aufsatzarbeit ist es wichtig zu betonen: Dieser Kompass wird nicht bei der Geburt gegeben, er wird durch Erziehung, Kultur und persönliche Erfahrung eingestellt und wird zum Kern unseres Charakters.

Klassifizierung der Werte: Unterteilung in grundlegende ethische Kategorien (Gut, Pflicht, Gewissen, Verantwortung)

Um detailliert zu verstehen, wie unser „innerer Kompass“ funktioniert, müssen wir seine Schlüsselelemente analysieren. Die Ethik unterscheidet vier grundlegende Kategorien, die den Charakter und das Verhalten eines Menschen bestimmen:

  • Gut – Das Fundament der Moral, das sich in dem selbstlosen Streben nach Schaffen, dem Helfen anderer und dem Mitgefühl äußert. Es zeigt, wie offen ein Mensch für die Welt ist und wie bereit er ist, sich um andere zu kümmern.
  • Pflicht – Die innere Verpflichtung eines Menschen, moralische Prinzipien zu befolgen, selbst wenn dies große Anstrengungen erfordert oder gegen persönliche Interessen verstößt. Dies ist der wichtigste Indikator für die Treue zu den eigenen Überzeugungen.
  • Gewissen – Der innere Richter und das Instrument der Selbstkontrolle. Es signalisiert die Übereinstimmung des Handelns mit inneren Idealen und löst ein Gefühl der Zufriedenheit oder tiefen Reue aus.
  • Verantwortung – Die Bereitschaft, die Konsequenzen der eigenen Entscheidungen und Handlungen anzuerkennen. Sie charakterisiert die Reife einer Persönlichkeit und ihre Fähigkeit, sich gegenüber der Gesellschaft und sich selbst Rechenschaft zu geben.

Diese Kategorien sind untrennbar miteinander verbunden: Das Gute gibt die Richtung vor, die Pflicht motiviert zum Handeln, das Gewissen kontrolliert den Prozess, und die Verantwortung krönt das Ergebnis.

Schritt 2: Die Verbindung zwischen Werten und tatsächlichem Verhalten herstellen

Das theoretische Verständnis von Gut, Pflicht und Gewissen ist lediglich eine mentale Karte, die erst im Moment der Tat ihre wahre Kraft erhält. Die moralischen Leitlinien eines Menschen können nicht im Vakuum existieren; sie werden unweigerlich auf sein tägliches Leben projiziert und bestimmen die Art und Weise, wie er mit der Welt interagiert. Gerade in der Ebene des tatsächlichen Handelns werden abstrakte Überzeugungen auf ihre Haltbarkeit geprüft und verwandeln sich von schönen Deklarationen in ein authentisches ethisches Fundament der Persönlichkeit.

Um einen Menschen wirklich zu verstehen, reicht es nicht aus, seine moralischen Überlegungen anzuhören. Viel wichtiger ist es, sein Verhalten in Entscheidungssituationen zu analysieren – sei es bei alltäglichen Kleinigkeiten oder in Momenten ernster Lebensprüfungen. Im Folgenden werden wir untersuchen, wie praktische Handlungen die Masken der Höflichkeit fallen lassen und das wahre Wertesystem einer Persönlichkeit offenbaren.

Wie die moralische Wahl in alltäglichen und extremen Situationen das wahre Wesen eines Menschen offenbart

Das Verhalten eines Menschen im normalen Leben und in Krisenzeiten ist ein Lackmustest für seine wahren Werte. Im Alltag werden unsere Handlungen oft durch soziale Normen, Gewohnheit oder den Wunsch bestimmt, „gut“ zu erscheinen. Wir machen im Verkehrsmittel Platz, lächeln höflich und halten uns an die Etikette. Dies sind wichtige, aber oft automatische Handlungen.

Die wahre moralische Wahl findet statt, wenn ein Interessenkonflikt entsteht, insbesondere in extremen Situationen. Unter Bedingungen von Zeitmangel, Angst oder Bedrohung der persönlichen Sicherheit fallen soziale Masken augenblicklich. Hier arbeitet der innere Kompass ohne Filter:

  • Alltäglicher Entscheid: Ehrlichkeit in Kleinigkeiten, Einhalten von Versprechen, Widerstand gegen kleine Täuschungen aus eigennützigen Gründen.
  • Extremer Entscheid: Rettung eines anderen auf eigene Gefahr, Verweigerung des Verrats unter Druck, Zeigen von Feigheit oder Heldentum.

Gerade in Grenzsituationen wird die Stärke des ethischen Fundaments einer Persönlichkeit geprüft. Wer Tugend deklariert hat, kann Feigheit zeigen, und ein bescheidener, unauffälliger Mensch kann einen Akt des Selbstopfers vollbringen.

Der Bruch zwischen Wort und Tat: Wie man wahre Überzeugungen hinter der Maske der Höflichkeit erkennt

Das äußerlich gut erzogene Verhalten wird oft mit wahrer Moral verwechselt. Höflichkeit ist jedoch nur ein soziales Werkzeug, eine Etikette, die leicht nachgeahmt werden kann. Die wahren Lebensprinzipien und moralischen Leitlinien eines Menschen zeigen sich in Momenten, in denen seine persönlichen Interessen mit denen anderer kollidieren.

Um wahre Überzeugungen hinter der Maske der Wohlwollenheit zu erkennen, achten Sie auf drei Schlüsselindikatoren:

  • Einstellung zu Abhängigen. Die Art und Weise, wie eine Person mit Servicepersonal, Untergebenen oder Bittstellern umgeht, zeigt ihr wahres Maß an Empathie und Respekt vor der menschlichen Würde.
  • Verhalten in Situationen geringen Vorteils. Die Bereitschaft, für einen geringfügigen Vorteil zu lügen oder die Leistung eines anderen anzueignen, entwertet sofort jede laute Rede über Ehrlichkeit und Integrität.
  • Reaktion auf den Erfolg oder Misserfolg anderer. Aufrichtiges Mitgefühl und das Fehlen von Neid lassen sich nicht lange simulieren.

Der Bruch zwischen Wort und Tat ist das wichtigste Kriterium, das hilft, deklarierte Werte vom tatsächlichen „inneren Kompass“ der Persönlichkeit zu unterscheiden.

Schritt 3: Untersuchung literarischer Argumente zum Verständnis menschlichen Handelns

Theoretische Überlegungen zur Moral erhalten Substanz, wenn wir sie auf die Bühne lebensnaher Szenarien übertragen. Die Literatur ist ein einzigartiges Labor menschlicher Seelen, in dem Autoren ihre Figuren in Situationen äußerster moralischer Entscheidungen versetzen. Gerade hier, auf den Seiten der Bücher, fallen die Masken der Höflichkeit augenblicklich und legen die wahren Werte der Charaktere frei: von selbstlosem Mitgefühl bis hin zu zerstörerischem Egoismus und feigem Anpassungsvermögen.

Für das erfolgreiche Verfassen einer argumentativen Abhandlung oder für ein tiefes Verständnis der menschlichen Natur benötigen wir starke, zeitgeprüfte Argumente. Durch die Analyse klassischer Werke lernen wir, die verborgenen Motive von Handlungen zu erkennen und zu verstehen, wie innere Orientierungspunkte das Schicksal einer Persönlichkeit bestimmen. Lassen Sie uns einige Schlüsselbeispiele aus der Literatur untersuchen, die die Polarität menschlicher Charaktere anschaulich illustrieren.

Analyse von Egoismus, Neid und Mitgefühl in Werken von A. Aleksin und E. Ju. Schmidt

Die Hinwendung zur Belletristik ermöglicht es, anschaulich zu sehen, wie innere Orientierungspunkte das tatsächliche Verhalten eines Menschen vorbestimmen.

In den Werken Anatolis Aleksins (zum Beispiel am Beispiel von Seni Golubkin) wird die Psychologie des Egoismus und des Neides detailliert seziert. Der Schriftsteller zeigt, dass ein Mensch, der frei von aufrichtigem Mitgefühl ist, fremde Erfolge ausschließlich durch die Brille des Neides wahrnimmt und darin nur „Glück“ oder „Vetternwirtschaft“ sieht. Dieser Egozentrismus zerstört die Persönlichkeit von innen heraus und macht sie misstrauisch und undankbar.

Als Gegenpol dazu steht das Werk von E.-E. Schmidt (in Lehrbüchern oft Schmidt), insbesondere seine berühmte Novelle „Oscar und die Rosentänzerin“. Hier rücken Mitgefühl, Barmherzigkeit und tätige Liebe in den Vordergrund. Die Rosentänzerin zeigt das höchste Maß an Empathie, indem sie einem schwer kranken Jungen hilft, sein Leben in seinen Fantasien voll auszukleben und sich mit dem Unvermeidlichen zu versöhnen.

Diese Beispiele illustrieren einen zentralen philosophischen Gedanken: Egoismus und Neid verengen die Welt eines Menschen auf seine eigenen kleinen Verletzungen, während Mitgefühl sie erweitert und die Persönlichkeit zu einer Quelle schöpferischer Güte macht. Diese Polarität dient als ausgezeichnete Grundlage für die Argumentation in einer essayistischen Abhandlung.

Das Problem der Anpassung und der Veränderung der Menschenbeziehung am Beispiel von A. P. Tschechows Erzählung „Der Fette und der Dünne“

A. P. Tschechows Erzählung „Der Fette und der Dünne“ ist ein klassisches Beispiel dafür, wie der soziale Status augenblicklich die wahren moralischen Orientierungen eines Menschen offenbart – oder genauer gesagt, deren Deformation. Das Treffen zweier Jugendfreunde, Misha (der Fette) und Porfiri (der Dünne), beginnt mit aufrichtiger Freude und warmen Erinnerungen. Doch sobald der Dünne erfährt, dass sein Schulfreund zum Geheimer Rat wurde, ändert sich sein Verhalten radikal.

In diesem Moment findet ein augenblicklicher Austausch der aufrichtigen Freundschaft gegen Schmeichelei und Rangverehrung statt. Porfiri zieht sich buchstäblich zusammen, und seine Rede ist gefüllt mit unterwürfigen Suffixen. Tschechow legt meisterhaft das Problem der Anpassung offen: Für den Dünnen ist die äußere soziale Hierarchie wichtiger als die menschliche Würde und die frühere Freundschaft.

Dieses literarische Argument demonstriert anschaulich, dass das Fehlen eines festen inneren Kompasses einen Menschen dazu zwingt, sich dem Status zu beugen und dabei sein eigenes Gesicht zu verlieren. Die wahren Werte einer Persönlichkeit werden genau in Momenten der Konfrontation mit sozialer Ungleichheit geprüft, wenn der Mensch zwischen Selbstachtung und Vorteil wählen muss.

Schritt 4: Algorithmus zur Bewertung der Persönlichkeit anhand ihrer moralischen Orientierungen

Die Analyse literarischer Figuren zeigt anschaulich, wie leicht äußere Umstände Menschen ohne einen festen ethischen Kern brechen können. Im wirklichen Leben müssen wir jedoch oft nicht nur beobachten, sondern das Verhalten anderer und das unseres eigenen aktiv analysieren. Um in Menschen nicht zu irren und ihre wahre Essenz hinter der Fassade der Höflichkeit oder des sozialen Status zu erkennen, ist eine klare und systematische Bewertungsmethode erforderlich.

Dieser praktische Algorithmus basiert auf der Beobachtung zentraler Vektoren menschlicher Aktivität. Die moralischen Orientierungen einer Persönlichkeit werden immer in zwei Richtungen projiziert: nach außen – in die Interaktion mit der Welt, und nach innen – in die Haltung zum eigenen „Ich“. Lassen Sie uns untersuchen, wie diese Marker helfen, ein objektives ethisches Porträt einer Person zu erstellen.

Bestimmung der Haltung des Menschen zu anderen: Empathie, Respekt vor Grenzen und Toleranz

Der erste und zuverlässigste Indikator moralischer Reife einer Persönlichkeit ist, wie sie mit anderen interagiert. Der innere Kompass eines Menschen zeigt sich nicht in abstrakten Überlegungen über das Gute, sondern in konkreten Verhaltensmustern:

  • Empathie (Mitgefühl): Die Fähigkeit, den Schmerz anderer zu fühlen und Freude zu teilen. Ein Mensch mit entwickelten ethischen Orientierungen wird nicht vor fremdem Unglück untätig bleiben. Das Fehlen von Empathie grenzt oft an Egoismus.
  • Respekt vor persönlichen Grenzen: Dies ist die Anerkennung des Rechts eines anderen auf eigene Meinung, Raum und Wahl. Eine moralisch hohe Persönlichkeit versucht nicht, andere zu manipulieren oder ihnen ihren Willen aufzuzwingen.
  • Toleranz (Toleranz): Die Fähigkeit, Menschen mit anderen Ansichten, Kulturen oder sozialen Status ohne Aggression und Hochmut zu akzeptieren. Wahre Toleranz schließt Anpassung aus und basiert auf aufrichtigem Respekt vor der menschlichen Würde.

Durch die Analyse dieser drei Aspekte kann man die wahre Wertesystematik eines Menschen, die sich hinter äußeren Masken der Höflichkeit verbirgt, fehlerfrei bestimmen.

Der innere moralische Vektor bestimmt, wie ein Mensch zu seinem eigenen „Ich“ steht. Wahre moralische Orientierungen erlauben es der Persönlichkeit nicht, in der Entwicklung stehenzubleiben oder sich eigene Schwächen zu verzeihen. Dieser Aspekt kann anhand der folgenden Kriterien bewertet werden:

  • Fähigkeit zur Reflexion und Fehlererkennung. Ein Mensch mit einem entwickelten Wertesystem sucht keine Rechtfertigungen für seine Schwächen. Er ist in der Lage, seine Fehler ehrlich anzuerkennen, was der erste Schritt zu ihrer Korrektur ist.
  • Gewissen als innerer Regulator. Das Gewissen ist nicht die Angst vor äußerer Verurteilung, sondern eine tiefe innere Verpflichtung gegenüber sich selbst. Die Bereitschaft, seinen inneren Stimme allein gegenüber zu folgen, unterscheidet einen wahrhaft tugendhaften Menschen.
  • Streben nach Selbstverbesserung. Die Bereitschaft, an Mängeln zu arbeiten und Egoismus zu überwinden, zeigt, dass die ethischen Ideale der Person nicht nur eine Deklaration, sondern ein tatsächlicher Lebenskompass sind.

Wenn ein Mensch genauso anspruchsvoll an sich selbst ist wie an andere, funktioniert sein innerer Kompass einwandfrei.

Schritt 5: Praktischer Leitfaden zum Verfassen eines argumentativen Aufsatzes (für OGE/EGE)

Das Verständnis dafür, wie moralische Orientierungen die Persönlichkeit bestimmen, ist nicht nur für die tiefgehende Selbstreflexion wichtig, sondern auch für den erfolgreichen Bestehen von Prüfungen. Im Rahmen von OGE und EGE wird die Fähigkeit, über moralische Entscheidungen zu reflektieren, im Format eines argumentativen Aufsatzes geprüft. Diese Aufgabe verlangt vom Absolventen nicht nur allgemeine Worte, sondern eine klare Logik, die Fähigkeit, seine Position zu begründen, und die Verknüpfung abstrakter ethischer Kategorien mit konkreten Beispielen.

Die Übertragung philosophischer Überlegungen auf das Prüfungsblatt ist eine Kunst der Gedankenstrukturierung. Damit Ihr Aufsatz überzeugend wirkt und die Höchstpunktzahl erhält, müssen Sie richtig vorgehen, um seine kompositorische Grundlage zu schaffen. Lassen Sie uns die praktischen Schritte durchgehen, die Ihnen helfen, Ihre ethischen Schlussfolgerungen in einen tadellosen Text zu verwandeln.

Wie man eine überzeugende These über die Rolle moralischer Werte im Leben eines Menschen formuliert

Die Formulierung der These ist das Fundament Ihres argumentativen Aufsatzes. Damit die These für die OGE/EGE-Experten überzeugend klingt, darf sie nicht nur einen Fakt feststellen, sondern muss den Begriff „moralische Werte“ mit deren unmittelbarem Einfluss auf das Verhalten des Menschen verknüpfen.

Verwenden Sie die bewährte dreistufige Formel zur Erstellung einer starken These:

  • Definieren Sie: Erklären Sie, dass moralische Werte innere Orientierungen (oder „innerer Kompass“) sind, die auf den Konzepten von Gut, Ehrlichkeit, Tugend und Pflicht basieren.
  • Zeigen Sie den Einfluss: Erklären Sie, wie diese Orientierungen die Handlungen eines Menschen in komplexen Situationen der Wahl zwischen Egoismus und Altruismus bestimmen.
  • Ziehen Sie eine charakterisierende Schlussfolgerung: Geben Sie an, dass sich die wahre Essenz der Persönlichkeit gerade durch diese Werte offenbart.

Beispiel für eine starke These für die Prüfung:

„Moralische Werte sind der innere Kompass eines Menschen, der seine Wahl zwischen Gut und Böse bestimmt. Sie charakterisieren die Persönlichkeit als reif und tugendhaft, da gerade ethische Normen uns dazu zwingen, selbstlose Taten zu vollbringen und Verantwortung für andere zu übernehmen, selbst wenn es gegen den eigenen Vorteil geht.“

Eine solche Formulierung setzt sofort einen klaren Vektor für die weitere Einbindung literarischer Argumente und den logischen Übergang zum Hauptteil des Aufsatzes.

Verknüpfung theoretischer Schlussfolgerungen, literarischer Argumente und persönlicher Lebenserfahrung in einer einzigen Struktur

Die Erstellung eines harmonischen argumentativen Aufsatzes erfordert eine strenge logische Verbindung zwischen allen seinen Teilen. Damit Ihr Text nicht wie eine Ansammlung isolierter Absätze wirkt, verwenden Sie ein dreiteiliges kompositorisches Schema, bei dem jedes Element zur Beweisführung der ursprünglichen These beiträgt.

Hier ist eine bewährte Struktur, die hilft, Theorie, Literatur und persönliche Erfahrung zu einem Ganzen zu verbinden:

  1. Einleitung und These. Definieren Sie den Begriff „moralische Werte“ und formulieren Sie die Hauptaussage.
  2. Logischer Übergang zum ersten Argument. Verwenden Sie einen verbindenden Satz: „Um die Richtigkeit dieses Gedankens zu beweisen, wenden wir uns an literarische Beispiele.“
  3. Literarisches Argument. Führen Sie ein Beispiel an (z. B. aus Werken von A. Alexin oder A. P. Tschechow). Beenden Sie es unbedingt mit einer Mikro-Schlussfolgerung: „Dieses Verhalten des Helden zeigt, dass...“
  4. Übergang zum zweiten Argument. Verknüpfen Sie Literatur mit der Realität: „Nicht nur die Klassiker, sondern auch das Leben selbst beweist uns täglich die Bedeutung moralischer Orientierungen.“
  5. Argument aus der Lebenserfahrung. Beschreiben Sie eine konkrete Situation (einen Lebensfall, einen historischen Fakt oder ein Beispiel aus der Publizistik), das die Manifestation von Mitgefühl, Ehrlichkeit oder Pflicht veranschaulicht.
  6. Schlussfolgerung. Fassen Sie zusammen und paraphrasieren Sie die These: „Somit bestimmen gerade die inneren Orientierungen die wahre Essenz des Menschen.“

Dieser Rahmen garantiert die logische Kohärenz des Textes und eine hohe Bewertung durch die Prüfer.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass moralische Werte nicht nur abstrakte philosophische Kategorien sind, sondern ein realer, täglich wirkender innerer Kompass des Menschen. Gerade durch die Linse fundamentaler Konzepte wie Gut und Böse, Ehrlichkeit und Tugend offenbart sich die wahre Tiefe und Reife der menschlichen Persönlichkeit. Jede unserer Entscheidungen, die im Alltag oder in Momenten harter Lebensprüfungen getroffen wird, dient als Spiegel, in dem sich die für Außenstehende verborgenen ethischen Normen und Lebensprinzipien widerspiegeln.

Indem wir das Verhalten eines Menschen analysieren – sei es die Charaktere klassischer Werke von A. P. Tschechow, A. Alexin und E. Yu. Schmidt oder Menschen aus unserem engsten Umfeld –, lernen wir, hinter den äußeren Masken der Höflichkeit ihre wahre Natur zu erkennen. Für Absolventen, die sich auf das Verfassen eines argumentativen Aufsatzes für OGE oder EGE vorbereiten, wird die Fähigkeit, diese Kategorien tiefgehend zu analysieren, nicht nur zu einem Garanten für eine hohe Punktzahl, sondern auch zu einem wichtigen Schritt auf dem Weg zur Selbsterkenntnis.

Die Persönlichkeitsbildung ist ein kontinuierlicher Prozess, dessen Kern unsere moralischen Orientierungen bilden. Das Verständnis dafür, wie Werte den Menschen charakterisieren, hilft uns nicht nur, die Motive anderer besser zu verstehen, sondern auch unseren eigenen Lebensweg bewusst auf Basis von Mitgefühl, Respekt vor Grenzen und dem aufrichtigen Streben nach Selbstverbesserung zu gestalten.